Veranstaltungen

Rechte Christen in der Mitte der Gesellschaft?

Veranstaltungsbericht. Kooperation mit der SDS Stiftung Demokratie Saarland.
Vortrag von Dr. Liane Bednarz: „Rechte Christen in der Mitte der Gesellschaft?“
Mi. 10.10.2018, 19.00 – 21.00 Uhr

Es war ein spannender und informativer Abend mit Liane Bednarz in der Stiftung Demokratie Saarland – so viel stand nach dem zweistündigen Programm für alle Anwesenden fest. Gekonnt erläuterte die promovierte Juristin und Publizistin die vielschichtigen Entwicklungen und Strömungen innerhalb der rechts-konservativen Christen und ihre Verbindungen mit Gruppierungen wie PEGIDA und der AfD. Sie baute ihren Vortrag auf den umfangreichen Recherchen auf, welche auch in ihrem aktuellen Buch „Die Angstprediger – wie rechte Christen Gesellschaft und Kirchen unterwandern“ Verwendung fanden.


Nach den Grußworten vom Präsidenten von Ramesch Hr. Mohamed Maiga folgte eine kurze Vorstellung der Referentin und ihrer Arbeit im Kontext der Forschung von Fr. PD Dr. Ulrike Stölting von der Universität des Saarlandes. Daran anknüpfend stieg Fr. Dr. Bednarz direkt in ihr Themenfeld ein.

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Gegliedert war der Vortrag in drei große Blöcke. Begonnen wurde mit der Suche nach den historischen Wurzeln und der Frage: „Wie aus konservativer Frömmigkeit ein Denken in Feindbildern wurde?“. Daran anschließend wurden diese Feindbilder und die mit ihnen verknüpften Themen skizziert und die prominentesten Akteure dieser Denkrichtung benannt. Abschließend legte man das Augenmerk auf mögliche Gegenstrategien gegenüber den vorher gehörten Stereotypen und Feindbilder. Hier wurde neben der allgemeinen Grundhaltung, dem aktiven Diskutieren mit den Vertretern der rechts-konservativen Christen, auch mögliche argumentative Strategien für die Auseinandersetzung vermittelt.
Die abschließende Diskussion mit Fragen aus dem Publikum wurde von Frau Dr. Stölting moderiert. Die Fragen der Anwesenden deckten ein breites Spektrum ab – beginnend von Benennung und Abgrenzung eigener Standpunkte bis hin zu strukturellen Kritiken an Parteien wie der AfD, aber auch am System der Kirchen.


Hintergrund

PEGIDA-Bewegung und der Einzug der AfD in den Bundestag haben Stil und Inhalt der politischen Auseinandersetzung verändert: Statt um die sachliche Verhandlung von Interessen geht es zunehmend um den Ausschluss Anderer aus der gesellschaftlichen Teilhabe und der gemeinsamen Identität. Die politische Arena wird zum Kampfplatz, und viele fühlen sich ermutigt, diesen Kampf auch auf die Straßen zu tragen.

Foto

In ihrem Buch „Die Angstprediger – Wie rechte Christen Gesellschaft und Kirche unterwandern“ macht sich Liane Bednarz auf eine Spurensuche dieser Verschiebungen im Raum der Kirchen und zeigt auf, wie die antimodernistischen, antiislamischen und antifeministischen Gedankenwelten der neuen Rechten hier auf einen fruchtbaren Boden fallen. Denn angesichts zunehmender Individualisierung, Pluralisierung und kleiner werdender kirchlicher Gemeinschaften fühlen sich viele Christen von Beschwörungen des Widerstands gegen einen vermeintlichen kulturellen Verfall angezogen. Bednarz zeigt die wichtigsten Strömungen und Akteure der neuen rechten Christen sowie die Schnittmengen zur rechten Blogger- und Politszene auf und stellt die Frage, wie wir insgesamt als Gesellschaft mit der Herausforderung der neuen Rechten umgehen. Die Veranstaltung wird moderiert von PD Dr. Ulrike Stölting vom Lehrstuhl für Katholische Theologie an der Universität Saarbrücken.

 

Dr. Liane Bednarz ist Publizistin und promovierte Juristin mit dem Schwerpunkt Neue Rechte, Populismus und religiöse Bewegungen. Sie unterhält eine monatliche Kolumne bei Tagesspiegel Causa. Im Frühjahr 2018 erschien im Droemer-Verlag ihr neuestes Buch „Die Angstprediger – Wie rechte Christen Gesellschaft und Kirchen unterwandern“. 

 Die Stiftung Demokratie hat den ganzen Vortag gefilmt hier:


Im Rahmen der Interkulturellen Wochen laden Ramesch e.V. und Mike Mathes ein zur Kunsfriedensaktion:
Kunst verbindet - Tausend Augen
 
14.00 - 17 Uhr in der Bahnhofstraße, 
Vor Karstadt Saarbrücken
Der Eintritt ist frei 
Einfach mitmachen! Materialien werden zur Verfügung gestellt.
 

kunst verbindetEin freundlicher Blick. Ein motivierendes Wort. Eine kleine Hilfestellung beim Malen…

Das sind die ersten Dinge die einem auffallen, wenn man dem Künstler Mike Mathes bei seiner Zusammenarbeit mit den Passanten zuschaut. Kinder, Jugendliche und Erwachsene finden sich ein, um gemeinsam einen Beitrag zu leisten in einem Kunstprojekt, welches schon 2003 das Licht der Welt erblickte. Seit dem Beginn des Irakkrieges setzt sich der Künstler mit seiner Aktion „Tausend Augen“ für ein friedliches Miteinander in der Welt ein – ein Herzenswunsch welchen er Zeit seines Lebens fortsetzen möchte.

Das diese Art der Kunstaktion immer noch schnell begeistert merkt man direkt. Beim Erstellen eigener Motive oder dem Betrachten der Werke Anderer kommt man schnell ins Gespräch. Man fragt nach, erzählt, hört zu, man lacht. Die Kunst schafft in wenigen Augenblicken das, was im Alltag allzu oft nicht geschieht. Man nähert sich an und findet über das Gestalten einen Weg auch zueinander. So gab es in den kurzen drei Stunden der Kunstaktion viele Momente der Begegnungen und des Austausches die noch länger nachhallen werden.

Wir von Ramesch e.V. sind froh Mike Mathes als Kooperationspartner für den Auftakt der interkulturellen Woche 2018 der Landeshauptstadt Saarbrücken gewonnen zu haben. Die Mitarbeit und Akzeptanz der mitmachenden Teilnehmer bestärken uns in unserem Anliegen aktiv für eine friedliche und „gleichwürdige“ Gesellschaft einzutreten.

„PATCHWORK IN DER CITY - EIN TEPPICH DER VIELFALT“
Internationales & generationenübergreifendes Projekt von
und mit Annette Orlinski
Freitag, den 08. Juni 2018, 12.00 Uhr,
St. Johanner Markt | 66111 Saarbrücken

Das Projekt „Patchwork in der City – ein Teppich der Vielfalt“ der Künstlerin Annette Orlinski wird im Rahmen der Kampagne „PatchWorkCity. Zusammenleben in Vielfalt“ der Landeshauptstadt Saarbrücken veranstaltet. Für Ramesch e.V. ist es eine Freude, an diesem besonderen Projekt mitzuwirken.

Annette Orlinski arbeitet zwischen Februar und Mai mit allen interessierten Organisationen, Vereinen und Privatpersonen an einem überdimensionalen PatchWork-Teppich. Dieses Werk soll symbolisch für die Vielfalt der Stadt Saarbrücken stehen. Ziel ist es, möglichst viele Menschen dabei zusammenzubringen. Neben den künstlerischen Aspekten bietet die Mitwirkung allen Beteiligten die Chance zur offenen Kommunikation zwischen Kulturen, Religionen und Generationen, die nachhaltig erhalten bleiben soll.

Fachtagung der Integrationsbeiräte des Saarlandes

EMPOWERMENT VON MIGRANT*INNEN:
ZUSAMMENHALT DURCH TEILHABE
Donnerstag, 07. Juni 2018, 18.00 Uhr
Festsaal im Rathaus St. Johann, Rathausplatz, 66111 Saarbrücken

Ein demokratisches System ist gefährdet, wenn ein Teil der Bevölkerung dauerhaft aus den demokratischen Gestaltungs- und Entscheidungsprozessen ausgeschlossen ist. Im Saarland ist diesbezüglich festzustellen, dass die Einflussnahme der Migrant*innen auf das kommunale Geschehen sich kaum entwickelt hat. Migrant*innen sind politisch eklatant unterrepräsentiert. Ausländer*innen aus Drittstaaten sind, abgesehen von der Möglichkeit einer Mitgliedschaft in den Integrationsbeiräten, von politischen Gestaltungsprozessen völlig ausgeschlossen.

Den Kommunen wurde Ende der 1980er Jahre bewusst, dass die Bedürfnisse und Probleme von Migrant*innen fast unberücksichtigt geblieben sind. Die Zugewanderten selbst hatten keine Möglichkeit, ihre Interessen zu artikulieren oder gar zu vertreten. So bildeten sie Ausländerbeiräte als Interessenvertretung, die mit der Novellierung des §50 KSVG in Integrationsbeiräte umgewandelt worden sind.

Infoveranstaltung

„HATE SPEECH - ­FAKE-NEWS - HETZE …
EINE BEDROHUNG DER MEINUNGSFREIHEIT?“
Mittwoch, 23. Mai 2018, 19.00 Uhr
Breite63, Breite Straße 63, 66115 Saarbrücken

Am 23. Mai 2018 feiert das Grundgesetz den 69. Jahrestag seiner Verkündigung. Dies möchten wir zum Anlass nehmen und eines der bedeutendsten Grundrechte, Artikel 5, welcher das Recht auf freie Meinungsäußerung regelt, mit einer besonderen Veranstaltung würdigen.

Denn im digitalen Zeitalter scheint ein sachlicher Meinungsaustausch, insbesondere im digitalen Raum, kaum mehr möglich. Auf Facebook und in den Kommentarspalten unzähliger Medien überlagern Hasskommentare, Beleidigungen und Hetze eine objektive Diskussion. Wegen der vermuteten Anonymität im Netz enden Meinungsverschiedenheiten oft in einer Kaskade von Beleidigungen oder gipfeln gar in strafrechtlich relevanten Aussagen.

So weicht ein vom Inhalt bestimmter Meinungsaustausch einer digitalen Hetzjagd auf Personen, die nicht dieselbe Haltung vertreten wie die vermeintlichen Wortführer im Netz. Viele Verfasser beziehen sich dabei auf das Recht auf freie Meinungsäußerung und sind der Ansicht, dass dies ihre teils rechtswidrigen Aussagen abdeckt. Doch für den juristisch unversierten Bürger ist das Urteil darüber, ob eine Aussage noch unter Meinungsfreiheit fällt oder es sich um eine Rechtsverletzung handelt, kaum zu ermessen.

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