Jubiläumsfeier „20 Jahre Ramesch“ und Konzert „Sinti Swing Jazz“

Donnerstag, 17.11.11, 18.00 Uhr

VHS-Zentrum, Saarbrücken

Am Donnerstag den 17. November 2011 lud Ramesch - Forum für interkulturelle Begegnung e.V. zur 20-jährigen Jubiläumsfeier des Vereins ein.  Zu diesem Anlass fanden sich im VHS-Zentrum Saarbrücken rund 130 Gäste ein. Unter ihnen Frau Gaby Schäfer, Staatssekretärin im Ministerium für Arbeit, Familie, Prävention, Soziales und Sport, Herr Peter Gillo, Direktor des Regionalverbandes Saarbrücken und Frau Charlotte Britz, Oberbürgermeisterin der Landeshauptstadt Saarbrücken. Künstlerisch wurde der Abend durch ein Konzert von Romeo Franz und seinem Ensemble gestaltet.

Nach einer musikalischen Einleitung und einem kurzen Film, der von der IT-Werkstatt von ZBB unter der Leitung von Herrn Michael Heil  über die Philosophie und Arbeit des Vereins gedreht wurde, wurde die Veranstaltung von Frau Ikbal Berber, Präsidentin des Ramesch e. V., feierlich eröffnet.

Frau Berber begrüßte die Gäste und Freunde des Vereins und gab anschließend einen kurzen Einblick in die Gründungsgeschichte von Ramesch. In ihrer Rede bedauerte sie, dass selbst in der 3. Generation viele Menschen mit Migrationshintergrund immer noch nicht in die Mitte der Gesellschaft aufgenommen worden sind.

Trotz der feierlichen Stunde lässt es sich Berber auch nicht nehmen über die aktuellen, ausländerfeindlichen Ereignisse zu sprechen. Im Hinblick auf die so genannten „Döner Morde" fühle man sich manchmal „wie eine Mücke im All", so Ikbal Berber. Man werde angesichts solcher Taten manchmal verunsichert, ob die eigene Arbeit überhaupt etwas bewirke. Dem Gegenüber stellte sie jedoch positive Erlebnisse, wie zum Beispiel die Gewissheit, dass junge Menschen, die in ihrer Kindheit an Ramesch -Workshops teilgenommen haben, gerne an diese zurückdenken. Somit ist bewiesen, dass der Grundstein gegen Rechtsradikalismus gelegt wurde und die eigene Arbeit durchaus Früchte trägt. Berber schloss ihre Rede mit der Hoffnung, dass die Grenze zwischen „wir" und „ihr" irgendwann nicht mehr existent sein wird.

Im Anschluss richteten die Ehrengäste ihre Grußworte an das Publikum.

Auch Gaby Schäfer verurteilte die neonazistischen Ereignisse, lobte diesbezüglich aber umso mehr die Arbeit des Vereins. Frau Schäfer gratulierte Ramesch im Namen der saarländischen Landesregierung und drückte ihre Achtung für den Einsatz und die sich kontinuierlich ändernden Projekte aus. Durch die ständig neuen Ideen werden auch neue Perspektiven geschaffen und eine Vielzahl von verschiedenen Menschen erreicht, so Frau Schäfer. Vor allem lobte sie die „Hartnäckigkeit" und „Zielstrebigkeit" mit der Ramesch e.V. seine Ziele verfolgt.

Als nächster Redner richtete Peter Gillo seine Worte an die Gäste. Wie seine Vorredner verurteilte er die schrecklichen Taten der jüngsten Vergangenheit. Frei nach Brecht „der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch“ rief er dazu auf den Rechtsradikalismus in unserer Gesellschaft mit allen Mitteln zu bekämpfen. Er wies aber auch darauf hin, dass es noch immer Gesprächsbedarf im Bezug auf die Integration von Migranten in Deutschland gibt und dass es gilt Defizite aufzuholen. Dennoch sind, laut Gillo, „nicht alle Ausländer hilfebedürftig“. Gerade in diesem Zusammenhang lobte er die Arbeit des Ramesch e.V., der sich seit Jahren darum bemüht solche Stereotype abzuschaffen.

Als letzte sprach Oberbürgermeisterin Frau Charlotte Britz dem Verein ihre Glückwünsche aus. Sie bekräftigte, dass die Arbeit von Ramesch sehr wichtig für die Stadt Saarbrücken ist und dass der Verein viel für die multikulturelle Gesellschaft der Stadt leistet.  Mit dem Zitat „Was meinst du ändert sich leichter, ein Stein oder deine Ansicht?" von Berthold Brecht nahm sie Bezug auf das diesjährige Thema des Ramesch Jahresprogramms „Klischee und Realität". Für Britz ist es ein großer Verdienst Vorurteilen zu begegnen und sich für deren Widerlegung einzusetzen. Auch Rameschs Sensibilisierungsarbeit in Kitas und Schulen ist für sie von großer Bedeutung. Außerdem hob sie hervor, dass Ramesch ein wichtiger Partner der Landeshauptstadt sei und lobte den wichtigen Beitrag des Vereins zur Vielfalt der Stadt und dafür, dass Saarbrücken für einige Migranten zu ihrer neuen Heimat wird.

Zum feierlichen Ausklang des Abends wurden die Gäste zum Buffet geladen, während Romeo Franz (Vionline, Piano) und sein Ensemble bestehend aus Joe Bawelino (Sologitarre), Unge Schmidt (Rhythmus Gitarre), Sunny Franz (Vionline) und Jani Lehmann (Kontrabass) für die musikalische Untermalung sorgten. Dargeboten wurde ein breites Repertoire aus Swing, Jazz und ungarischer Folklore und mit Stücken wie „Bei mir bist du schön", „Minor Swing" und „Nuage" begeisterten sie das Publikum.