Der Aufsteiger „l Exercice de l Etat“

Mittwoch, 17. September 2014, 19.00 Uhr
Filmhaus, Mainzer Straße 8, 66111 Saarbrücken

(Belgien, Frankreich 2011 )
von Pierre Schoeller


Bester Film: Preis der Französischen Filmkritik 2012
Cannes 2011: Preis der Internationalen Filmkritik (FIPRESCI)
Französischer Filmpreis: Bestes Buch, Bester Ton, Bester Nebendarsteller

Vorstandsmitglied Ulrike Heck begrüßte die KinobesucherInnen zum Politdrama "Der Aufsteiger".
In dem Film „Der Aufsteiger“ (im Original: L'Exercice de l'État) portraitiert Pierre Schoeller einen französischen Verkehrsminister. Die Politik bildet hier nicht nur den Hintergrund eines privaten Dramas, sondern den Alltag der demokratischen Macht, ihre Hinterzimmer und Rednerpulte. Und da sind noch die Medien. Saint-Jean muss an seinem Image arbeiten: „Du bist ein politisches Ufo“, sagt ihm seine Beraterin „Du hast kein Image. Weil du keine Geschichte hast – Du musst erst noch Geschichte schreiben, verstehst du? Du bist verschwommen.“
„Der Aufsteiger“ ist ein direktes, klares Porträt eines fiktiven Spitzenpolitikers. Dieser Bertrand Saint-Jean, Verkehrsminister der französischen Republik, hat Probleme zu lösen, Entscheidungen zu treffen, vor allem aber muss er seine Macht behaupten in dem menschlichen Haifischbecken des Kabinetts, gegen die Intrigen der Parteifreunde, der Opposition und gegen den Druck der Lobbyistenverbände.
 
Auch wenn der Film „Der Aufsteiger“ heißt, geht es hier nicht um den Aufstieg der Hauptfigur selbst, sondern um das Portrait eines Aufsteigers im Herzen der Macht. Ein Protegierter, der zunächst ohne Hausmacht ist und von den Parteigranden auch genau als solcher auf seinen Posten geschleust wurde. Er soll ein schwacher Minister sein, ein Spielball der Interessen der Anderen.
 
Als er das nicht verstehen will, sagt man zu ihm: „Bertrand, du sollst nicht die Welt retten, du sollst nur die fünf Prozent in den Umfragen zurückholen, die wir wegen der Bahnhöfe verlieren.“ Der Premierminister selbst erklärt ihm: „Du hast nur eine Mission: Entschärfen, entschärfen, entschärfen.“
 

Filmhaus Saarbrücken
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