Vol Spécial (Schweiz 2011)

Mittwoch, 28. Oktober 2015, 19.00 Uhr
Kino 8 ½, Nauwieserstraße 19, 66111 Saarbrücken

Der Film Vol Spécial (auf Deutsch: Sonderflug) zeigt die Realität von einigen der 150.000 so genannten „Sans-Papiers“ (damit sind Menschen ohne Aufenthaltspapiere gemeint) und den abgelehnten Asylbewerbern, die sich in der Schweiz befinden. 

In einem der 28 Deportationszentren, „Frambois“, leben etwa 25 Abschiebegefangene, die Mehrzahl von ihnen mit afrikanischer Herkunft, die auf ihre Freilassung hoffen. Doch die meisten von ihnen werden in ihre Heimat zurückgeschickt. Für sie ist ihr Geburtsland jedoch nicht mehr ihre Heimat, denn sie haben dort keine Zukunft, sind ihrer Existenz gefährdet oder haben dort einfach niemanden mehr. Für sie ist ihre neue Heimat die Schweiz, wo sie sich eine Familie und ein Zuhause aufgebaut haben, wo sie arbeiten und ein friedliches Leben führen wollen, ohne mit einer täglichen Angst leben zu müssen. 

Leider müssen sie sich an das halten, was die Schweizer Behörde über sie entscheidet. Sie kommen also ins Gefängnis wo die Rückführung in ihre Ursprungsländer vorbereitet wird. Dort können sie bis zu zwei Jahre lang eingesperrt werden.

Trotz der schweren Situation und einer gewissen Anspannung, bildet sich in der Einrichtung eine gemeinschaftliche, freundschaftliche Atmosphäre zwischen dem Personal und den Inhaftierten. Eine Beziehung wird aufgebaut. Umso schwerer ist es für das Personal den Moment der Abreise zu verkünden, und enttäuschend für die Inhaftierten, diese Nachricht von den Menschen zu bekommen, mit denen sie die letzten Monate oder Jahre verbracht haben.
Natürlich möchten die Menschen das Land nicht freiwillig verlassen, also werden sie wie Schwerverbrecher mit Handschellen zum Flughafen gebracht. Sie werden gezwungen und gefesselt in das Flugzeug gesetzt, „denn es ist ja das Beste für sie dem ganzen ein Ende zu bereiten“, versuchen die Polizisten ihnen zu erklären. Dass es bei diesen Ausschaffungsflügen zu Todesfällen und schweren Verletzungen mit bleibenden Folgeschäden kommt, scheint den Behörden nicht zu einer Änderung ihrer Methoden zu bewegen. Es handelt sich aber hierbei nicht um eine Rechtsbeugung. Die Anwendung dieser Regeln wurde innerhalb der Rechtsstaatlichkeit dieses Landes im Jahre 1994 per Volksabstimmung bestätigt.

Der Film soll darauf aufmerksam machen, welche Folgen diese Praxis für ganze Familien haben können. Er will dazu bewegen diese Praxis zu ändern.
Es sind bewegende und schockierende Bilder aus dem Alltag vieler Menschen, deren einziges „Verbrechen“ es ist, Asyl beantragt zu haben, um sich, und ihren Familien ein besseres Leben bieten zu können, werden dem Zuschauer vor Augen geführt. Eine traurige Wahrheit kommt zum Vorschein.

 

Kino 8 ½

Ramesch – Forum für Interkulturelle Begegnung e.V.