Grußwort der Minister

Bei nahezu 17 Prozent der saarländischen Bevölkerung liegen die Wurzeln ihrer Herkunft in anderen Ländern und Kontinenten.

Obwohl viele von ihnen in unserer Gesellschaft integriert sind, gibt es aber immer noch gesellschaftliche Bereiche, in denen ihre Teilhabe- und Teilnahmemöglichkeiten nicht im erforderlichen Umfang gewährleistet sind. Dies gilt insbesondere für den Zugang zur Gesundheitsversorgung. Neben sprachlichen Problemen sind es oft kulturell und sozialisationsbedingte Unterschiede, die dies erschweren.

Neuere bundesweite Studien belegen dies. Insbesondere Angebote der Prävention und der Gesundheitsförderung werden immer noch seltener von Menschen mit Migrationshintergrund in Anspruch genommen als von denen ohne Migrationshintergrund.

Laut eines Berichtes des Robert Koch Institutes zur Migration und Gesundheit aus dem Jahr 2008 können Menschen mit Migrationshintergrund durch die Umstände ihrer Migration und ihrer Lebens- und Arbeitsbedingungen einen schlechteren Gesundheitszustand aufweisen, jedoch weisen sie nicht mehr Krankheiten auf als Menschen ohne Migrationshintergrund.

Bei Menschen mit Migrationshintergrund können spezifische Gesundheitsrisiken auftreten, die eng mit ihren psychosozialen Belastungen durch Trennung von ihrer Familie oder „Entwurzelung“ verbunden sind. Dies ist oft bei Kindern und Jugendlichen, bei Frauen oder bei Migranten und Migrantinnen der ersten Generation feststellbar.

Ihnen fehlt es oftmals an Informationen über ihre Rechte und Möglichkeiten sowie zu gesundheitsrelevanten Anlaufstellen.

Zu den wichtigsten Ergebnissen des Arbeitskreises „Migration und Gesundheit“, der beim Gesundheitsministerium angesiedelt war, gehört die Erstellung einer Internet-Datenbank. Ziel dieses Internetportals war und ist es, den Fachdiensten einen Überblick über die Akteure im Gesundheitswesen des Saarlandes, ihre sprachlichen Kompetenzen zu sowie über bundesweite Gesundheitsangebote zu geben. Darüber hinaus wird der beim Gesundheitsministerium avisierte „Runder Tisch Frauengesundheit“ verstärkt das Thema „Gesundheit bei Frauen mit Migrationshintergrund“ fokussieren. Des Weiteren hat bei Projekten und Maßnahmen zur Gesundheitsförderung im vorschulischen und schulischen Bereich die Förderung von Kindern mit Migrationshintergrund einen wesentlichen Stellenwert.

Das Saarland hat sich deshalb im Nationalen Integrationsplan mit allen anderen Bundesländern dazu verpflichtet, die Teilhabe von Menschen mit Migrationshintergrund am Gesundheitssystem auch durch dessen kulturelle Öffnung zu verbessern.

Wir danken dem Verein Ramesch e.V. für die diesjährige Veranstaltungsreihe „Gesundheit und Migration“. Ramesch unterstützt somit auch in diesem Jahr die integrationspolitischen Aktivitäten der Landesregierung. Die differenzierte und interessante Darstellung der bisherigen Themen lässt auch in diesem Jahr auf große Zuhörer- und Zuschauerscharen sowie neue Impulse und kreative Vorschläge hoffen.

Wir wünschen der Veranstaltungsreihe 2010 viel Erfolg!

 

Annegret Kramp-Karrenbauer (Ministerin für Arbeit, Familie, Prävention, Soziales und Sport)

Georg Weisweiler (Minister für Gesundheit und Verbraucherschutz)