Vortrag / Gesprächsrunde
Kulturelle Einflüsse auf die seelische Gesundheit:

Psychosomatische Aspekte bei Migrantinnen
Im Rahmen des Frauen-Themen-Monats
Freitag, 19. November 2010, 19.00 Uhr

Aula des cts-Schulzentrums St. Hildegard
Rußhütterstraße 8a, 66113 Saarbrücken

Kultursensibilität, interkulturelle therapeutische Kompetenz und interkulturelle Kommunikation sind Schlüsselqualifikationen, die in der Psychologie und Psychotherapie größere Beachtung finden sollten. Interkulturelle Öffnung der psychosozialen Einrichtungen gilt als anzustrebendes Ziel und sollte in Bezug auf Fragen der psychologischen Gesundheitsversorgung in Zuwanderungsgesellschaften diskutiert werden.

Verschiedene individuell und kulturell geprägte Ansichten über Lebensformen und -ziele sowie persönliche und soziale Schwierigkeiten können aufeinandertreffen und somit seelische Belastungen hervorrufen. Umgangssprachlich spricht man von „innerer Zerrissenheit“, wenn verschiedene äußere Erwartungen und Anforderungen und innere Bedürfnisse in Konflikt geraten.

Die Migrationserfahrung, ein kritisches Lebensereignis, ist eine Medaille mit zwei Seiten. Aus ihr kann eine starke Vulnerabilität hervorgehen, die dann Nährboden für psychische Störungen bieten kann. Auf der anderen Seite kann das Migrationserlebnis als eine Krise gesehen werden, auf die eine Weiterentwicklung der Persönlichkeit folgen kann.

Um für Menschen mit Migrationshintergrund eine angemessene psychologische und psychotherapeutische Behandlung gewährleisten zu können, müssten Erkenntnisse aus dem Bereich der transkulturellen Psychologie von den in den Bereichen Psychologie und Psychotherapie tätigen Personen tagtäglich in der Praxis umgesetzt werden.

Im Rahmen der psychologischen Betreuung von Frauen, die in anderen oder mehreren Kulturen sozialisiert wurden, besteht die Herausforderung darin, kulturelles Verständnis einfließen zu lassen und sich auf das Individuum mit seinen – auch kulturellen – Hintergründen einzulassen.

Die Referentin, Frau Ferah Aksoy-Burkert, Dipl. Psychologin, Psychotherapeutin, Trainerin im Bereich des Gesundheitsmanagements, informiert darüber, inwieweit diese „innere Zerrissenheit“, die Frauen mit Migrationshintergrund in sich tragen können, eine Rolle in der psychotherapeutischen Behandlung spielen. Darüber hinaus gibt sie Einblicke in ihre beruflichen Erfahrungen in der psychotherapeutischen Behandlung von Frauen mit Migrationshintergrund.

Veranstalter:
cts- Schulzentrum St. Hildegard
Frauenbüro der Landeshauptstadt Saarbrücken
Zuwanderungs- und Integrationsbüro (ZIB) der Landeshauptstadt Saarbrücken
Ramesch – Forum für Interkulturelle Begegnung e.V.