Film
Der Albaner“
(Deutschland, Albanien 2010) von Johannes Naber
Im Rahmen der Interkulturellen Woche
Donnerstag, 04. Oktober 2012, 19.00 Uhr
Kino 8 ½
, Nauwieserstraße 19, 66111 Saarbrücken

Arben ist jung, arm und Albaner. Statt in die Schule zu gehen, muss er in Griechenland schwarz arbeiten. Dennoch reicht das erarbeitete Geld nicht für seine bettelarme Familie, die in einem kleinen Bergbauerndorf lebt. Und dann kommt noch ein weiteres Problem hinzu: Arben braucht 10.000 Euro, um seine heimliche Liebe Etleva zu befreien. Weil das Mädchen schwanger ist, wird sie von ihrem Clan so lange eingesperrt bis Arben die Mitgift bezahlen kann. Diese will er illegal und ohne jegliche Sprachkenntnisse in Deutschland erarbeiten. In dem fremden Land trifft Arben schließlich auf Slatko (Stipe Erceg), der ihn in eine Schlepperbande einführt. Aus Liebe vergisst Arben alle moralischen Grundsätze und versinkt immer tiefer im Sumpf von Skrupellosigkeit, Naivität und Fanatismus.

 

„Der Albaner“ ist ein beeindruckend realistisches Moraldrama, in dem ein junger Albaner in Deutschland kriminell wird, um seine große Liebe daheim heiraten zu können.
Die verzweifelte Zwangslage, in der sich Arben (Nik Xhelilaj) befindet, wird authentisch und intensiv von Regisseur Johannes Narben umgesetzt.

Die grassierende Armut in Albanien, die konservative, archaische Kultur der Clans, wo Väter ihre eigenen Töchter zum Höchstpreis als Braut verscherbeln und der Menschenhandel sind wiederkehrende Themen des Films. Die zunächst noch moralisch handelnde Hauptfigur versucht einer scheinbar aussichtslosen Situation zu entkommen. Anstatt mit seiner Geliebten durchzubrennen, wählt Arben Ehrenvolles: Illegal in Deutschland Geld zu verdienen. Doch von der Familie verraten und von den Freunden verlassen gerät er in Deutschland auf die schiefe Bahn. Die Schilderung der Lebensumstände Illegaler ist beklemmend und auf mitreißende Art dargestellt, nur einer der vielen Gründe warum „Der Albaner“ zum Max-Ophüls-Preisträger 2011 gewählt wurde.

 

Kino 8 ½

Ramesch – Forum für Interkulturelle Begegnung e.V.