Im Rahmen der interkulturellen Wochen
Donnerstag, 24. September 2015, 18.30 Uhr
U2 Raum (2. OG), Ufergasse 2
66111 Saarbrücken

Flucht und Vertreibung mit ihren Auswirkungen sind auch heute wieder sehr aktuell. Zur Sensibilisierung der Gesellschaft für diese Thematik können Zeitzeugen aus ihren persönlichen Erfahrungen einen wesentlichen Beitrag leisten und uns so den Blick öffnen für die gegenwärtige Flüchtlingsproblematik.

Ursula Kimoto, Stellvertretende Präsidentin von Ramesch e.V., Diplom-Sozialpädagogin und Sozialarbeiterin, Lehrerin im Ruhestand wird als Zeitzeugin von ihren Erlebnissen als Kind berichten, wie sie mit ihrer Familie im Rahmen der Evakuierungsmaßnahmen das Saarland verlassen musste.

Anton Holweck Junior, Bäcker, war Sozialdemokrat und aktiver Gegner der Faschisten im Nationalsozialismus. Sein Einsatz brachte ihm massive Drohungen der Nazis ein, um ihn „fertig zu machen“. Herr Holweck wird im Erzählcafé von Fluchterfahrung seiner Familie berichten und wie sie damals in Frankreich Schutz fanden.

In diesem Erzählcafé werden auch Migrantinnen und Migranten von ihrem alltäglichen Leben hier in Deutschland berichten, von ihren Biografien und ihren individuellen Fluchtwegen. Sie erzählen, welche Auswirkungen die Flucht auf ihre persönlichen und beruflichen Lebenswege hatten. Denn hinter den nackten Zahlen von Asylbewerbern steht jeweils ein Mensch mit seinem individuellen Schicksal, seinen Hoffnungen auf ein friedliches und würdevolles Leben, in dem er Schutz und gesellschaftliche Teilhabe erfahren möchte.

Wer die persönliche Begegnung sucht und auf die Geflüchteten zugeht, sieht nicht nur die Flüchtlingszahlen, sondern nimmt den Flüchtling zunächst als Menschen wahr.

Die Besucherinnen und Besucher des Erzählcafés erhalten die Möglichkeit zur persönlichen Begegnung mit Geflüchteten und können dadurch neue Erfahrungen machen. Für die Flüchtlinge kann das Interesse an ihrem persönlichen Schicksal einen Heilungsprozess in Gang setzen und die Integration in unsere Gesellschaft befördern. 

Frau Suavada Kadic ist vor 20 Jahren aus dem Bürgerkrieg in Ex-Jugoslawien nach Deutschland geflüchtet. Heute leitet sie das Projekt „Ankommen“ in Saarbrücken. Dieses ehrenamtliche Netzwerk für Flüchtlinge in Saarbrücken ist eine gemeinsame Initiative der Landesarbeitsgemeinschaft PRO EHRENAMT e.V. und dem Zuwanderungs- und Integrationsbüro Saarbrücken (ZIB).


 Hanna Magi stammt aus Syrien und lebt seit ca. zwei Jahren im Saarland. Mehr werden Sie im Erzählcafé erfahren.

Herr S. Ali aus Afghanistan hat als unbegleiteter minderjähriger Flüchtling (UMF) Schutz im Saarland gefunden. Die UMF, die an der Grenze zu Frankreich von der Bundespolizei aufgegriffen werden, kommen anschließend in die Obhut des Jugendamtes.

Moderation: Frau Dr. Ilka Desgranges, Leiterin der Regionalredaktion Mitte der Saarbrücker Zeitung.

Mit den Gesprächteilnehmer/-innen spricht Frau Dr. Ilka Desgranges

Eröffnung: Herr Mohamed Maiga, Präsident von Ramesch, und Frau Helga Bossung-Wagner, M.A., Leiterin des Politischen Bildungsforums Saarland.

Musik: Marina Kavtaradze, Pianistin und Korrepetitorin

Konrad-Adenauer-Stiftung e.V.
Ramesch – Forum für Interkulturelle Begegnung e.V