Veranstaltungen

Idil Baydar
Foto: Cengiz Karahan

Am Freitag, den 22. November geht es im Schlosskeller in Saarbrücken weiter in unserer Kulturwoche mit Idil Nuna Baydar alias Jilet Ayşe, dem nicht mehr ganz 18-jährigen Kreuzberger "Integrationsalbtraum" mit der rasiermesserscharfen Zunge und ihrem aktuellen Soloprogramm Ghettolektuell, das bereits den zweiten Platz beim KulturNewsAward gewonnen hat und auch als Hörbuch erschienen ist.

In Baydars Programm wird das Land zum Gespräch gebeten. Ein Land, in dem sie lebt und das ihr zunehmend Sorgen bereitet. Sie hat als hier geborene und vom Umfeld geprägte Berlinerin einiges an Migrations-Hintergründigkeit zu bieten und tut das in ihrer Figur Jilet Ayşe auf sehr eindrucksvolle und gewollt nachhaltige Weise. Jilet Ayşe ist schwer und gewichtig, rein und rassig und glaubt das auch noch, wenn sie in den Spiegel schaut. Der ansonsten übrigens hauptsächlich dem Zuschauer vorgehalten wird. Sie ist überzeugt davon, das richtige Instrument zur Persönlichkeitsbildung und zur individuellen Freiheit gefunden zu haben – Sturheit!

Getreu dem Motto: „Wenn du sie nicht überzeugen kannst, verwirr' sie!“ hinterlässt sie leidenschaftlich vorgetragene Argumentations-ketten, die nur am Anfang logisch und gerecht erscheinen. Das tun sie aber immer für Jilet Ayşe! Und wir sollten es glauben. Immerhin schwört sie uns in guter, alter Kanak-Sprachen-Tradition, dass alles, was uns unglaubwürdig vorkommt, die Wahrheit ist. Und so erleben wir altbekannte Stereotypen, nagelneue Schimpfwörter, ungelogene Wahrheiten und garantierte Tatsachen am laufenden Band und mit besonders breiter Brust vorgetragen. Doch Vorsicht: Während vor unseren Augen ein Pulverfass mit vermeintlichem Geschwätz explodiert ist, wurde uns hinten aus der Hosentasche unsere Ansammlung an Vorurteilen geklaut und bleibt hoffentlich für immer verschwunden.

Das Comedyprogramm Ghettolektuell ist Teil der Veranstaltungsreihe "Deshalb Europa! Visionen wagen"  von Ramesch und wird von der Stadt Saarbrücken, dem Regionalverband Saarbrücken, der Arbeit und Kultur Saarland GmbH, dem Sparkassenverband Saar und der Saarland-Sporttoto GmbH gefördert.

Die Veranstaltung beginnt um 20 Uhr, Karten sind im Vorverkauf erhältlich für 12€ bei Ramesch, Bestellungen per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder telefonisch unter 0681-390 4921. Abendkasse 15€.

Vorbericht: SR2 Kulturtipps

 

Quelle: SR Mediathek Wir im Saarland - Kultur (20.11.2019)

 

Dilşad Budak-Sarıoğlu und Ilgıt Uçum
Dilşad Budak-Sarıoğlu und Ilgıt Uçum
Foto: Navid Linnemann

Am Montag, den 18.11. beginnt unsere Kulturwoche im November mit der multimedialen Leseperformance Türkland des Schauspielerinnen-Duos Dilşad Budak-Sarıoğlu und Ilgıt Uçum im Theater im Viertel in Saarbrücken. Türkland ist ein Stück über das Auswandern und Nichtankommen mit starken autobiographischen Bezügen, erzählt als Lebensreflexion einer Frau an ihrem Hochzeitstag. Abwechselnd auf deutsch und türkisch (mit Übertiteln) erzählt sie von ihrem Aufwachsen als Kind sozialistischer Eltern, die nach dem "September-Putsch" von 1980 zunächst untertauchten, dann von Istanbul nach Paris flüchteten und schließlich in Velbert bei Wuppertal landeten, einer Kleinstadt mitten im deutschen Nirgendwo.

Mal heiter und komisch, manchmal traurig und schwermütig erinnert sich Dilşad an die ganz unterschiedlichen Stationen ihres bisherigen Lebens und die wiederkehrende Erfahrung der Fremdheit. Als Kind musste sie sich mit einer nicht nur kulturell völlig anderen Umwelt auseinandersetzen und erlebte den Schmerz der Diskriminierung und des Nicht-Dazugehörens. Auf der Suche nach der Heimat kehrte sie als Erwachsene schließlich Deutschland den Rücken und remigrierte nach Istanbul, um sich bewusst mit ihrer Vergangenheit auseinander zu setzen, ihre Identität zu finden und Verantwortung zu übernehmen. Doch auch hier fühlte sie sich anfangs nur fremd und im ewigen Dazwischen - bis sich die Deutschtürkin in einen Türkeitürken verliebte und erneut Welten aufeinander prallten. Türkland: Ein Stück über das Fremdsein und die Vielfalt.

Türkland entstand aus einer Kooperation der Kulturplattform Maviblau aus Berlin und Istanbul mit dem Istanbuler Theater Entropi Sahne und wurde seit 2017 bereits an zahlreichen Spielorten in Deutschland und der Türkei zur Aufführung gebracht. Durch eine Kooperation von Ramesch und der Friedrich-Ebert-Stiftung, Regionalbüro Rheinland-Pfalz/Saarland treten die beiden Schauspielerinnen nun erstmals in Saarbrücken auf. Der Beginn ist um 19:30 Uhr, der Eintritt ist frei.

Die Veranstaltungsreihe "Deshalb Europa! Visionen wagen" wird gefördert von der Stadt Saarbrücken, dem Regionalverband Saarbrücken, der Arbeit und Kultur Saarland GmbH, dem Sparkassenverband Saar und der Saarland-Sporttoto GmbH. Der Verein Ramesch - Forum für Interkulturelle Begegnung e.V. wird gefördert aus Mitteln des saarländischen Ministeriums für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie. Die Leseperformance Türkland wird außerdem unterstützt vom Integrationsbeirat der Landeshauptstadt Saarbrücken.

Zweisprachiger Beitrag. Falls erforderlich, in den Einstellungen türkische Untertitel aktivieren! (zweisprachig)

Quelle: Maviblau Magazin.

 

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Donnerstag, 07.11.2019

Jules-Verne/Jules-Wayne, Mainzer Str. 39, 66111 Saarbrücken

Podiumsgäste im Erzählcafe
Von links: Birgit Grandhomme, Jil Kalmes, Helmut Schug, Timo Stockhorst, Ursula Kimoto

Einfach so Europa erleben, ganz ohne Schlagbäume und Zollhäuschen? Überallhin reisen, studieren und arbeiten können? Das war nicht immer so! Im Erzählcafe "Europa grenzenlos" in der Jules-Verne-Bar in Saarbrücken wollen wir Europa aus der kleinen, der persönlichen Perspektive heraus entdecken, aus der Biographie aktiver, engagierter Menschen aus verschiedenen Generationen, die alle ihre ganz eigenen Grenz-Erfahrungen gemacht haben.

Während die etwas Älteren sich noch genau an die Öffnung der Schlagbäume in Europa erinnern und wissen, wie es vorher war, ist diese Offenheit der Grenzen für die Generation Erasmus ganz selbstverständlich und nicht mehr anders vorstellbar. Wer kann, der nutzt diese Freiheit auch ganz bewusst, nicht nur beim Reisen und Studieren, sondern auch beim politischen und ökologischen Engagement über die Grenzen hinweg. Diese neuen Perspektiven machen deutlich, wie viel tatsächlich bereits erreicht ist und welche Chancen und Herausforderungen heute bestehen.

 

Es erzählen: 

Timo Stockhorst, Junge Europäische Föderalisten (JEF)
Jil Kalmes, Fridays for Future Saarland
Birgit Grandhomme, EUROP'age Saar-Lor-Lux e.V. 
Ursula Kimoto, Ramesch e.V.
 

Moderation:

Helmut Schug, EUROP'age Saar-Lor-Lux e.V.

  

Auftritt Manuel Sattler im Erzählcafe
Live-Auftritt Manuel Sattler
 
Um Anmeldung (E-Mail oder Telefon) wird gebeten. Die ersten 30 Gäste erhalten ein kostenloses Freigetränk! 

 

Das Erzählcafe Europa grenzenlos ist Teil der Veranstaltungsreihe "Deshalb Europa! Visionen wagen" von Ramesch, die von der Stadt Saarbrücken, dem Regionalverband Saarbrücken, der Arbeit und Kultur Saarland GmbH, dem Sparkassenverband Saar und der Saarland-Sporttoto GmbH gefördert wird. Das Erzählcafe wird außerdem unterstützt vom Integrationsbeirat der Landeshauptstadt Saarbrücken.

 

 

 
 

Dienstag, 17. September 2019, 18 Uhr

Festsaal des Rathauses St. Johann,

66111 Saarbrücken

Dr. Dževada Šuško leitet das Büro für internationale Zusammenarbeit in der Abteilung für Auslandsangelegenheiten der Islamischen Gemeinschaft in Bosnien-Herzegowina. Davor war sie Direktorin des Instituts für die islamische Tradition der Bosniaken. Sie ist die erste Frau in Führungsposition in der Islamischen Gemeinschaft. Dževada Šuško ist auch Dozentin für internationale Beziehungen an der Internationalen Universität in Sarajevo.

Heute referiert sie exklusiv über das Thema: Die Islamische Gemeinschaft und die Rolle der Frau.

Die Veranstaltung wird moderiert von Dr. Karsten Dümmel (Landesbeauftragter der Konrad-Adenauer-Stiftung).

Mit einem Grußwort von Christian Seel (Staatssekretär im Ministerium für Inneres, Bauen und Sport des Saarlandes).

Politisches Bildungsforum Saarland Konrad-Adenauer-Stiftung lädt Sie herzlich zu diesem Forum ein!

In Kooperation mit Ramesch - Forum für Interkulturelle Begegnung e.V.

 

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Organisation

Politisches Bildungsforum Saarland

T +49 681 / 927988-0 F +49 681 / 927988-9

www.kas.de

Anmeldung

Wir bitten um verbindliche Anmeldung per e-mail  an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! bis zum 12.09.2019  Es wird kein Tagungsbeitrag erhoben.  Sie erhalten keine schriftliche Anmeldebestätigung.  Fahrt- und Parkkosten können nicht erstattet werden. Die Veranstaltung wird multimedial begleitet. Die Teilnehmenden erklären mit der Anmeldung ihr Einverständnis, dass die Konrad-Adenauer-Stiftung e.V. das vor, während oder nach der Veranstaltung entstandene Foto- und Filmmaterial zeitlich unbegrenzt sowohl im Online- als auch Printformat für Zwecke der Presse und Öffentlichkeitsarbeit verwenden darf. Ihre persönlichen Daten werden gemäß Datenschutzgrundverordnung verarbeitet. Ihre Daten werden im Rahmen unserer Veranstaltungsorganisation genutzt.  Dieser Nutzung stimmen Sie mit Ihrer Anmeldung zu.  Weitere Informationen zum Datenschutz können Sie unter www.kas.de einsehen.
 
Anregungen und Hinweise an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.


Der Saarländische Rundfunk hat über unsere Veranstaltung mit Europe Direct Saarbrücken und dem European Democracy Lab einen Kurzbericht veröffentlicht, den wir hier wiedergeben:

"Im Einsatz für eine europäische Utopie

Das Interview der Woche mit der Politikwissenschaftlerin Ulrike Guérot
Carolin Dylla 06.07.2019 | 12:45 Uhr
Ulrike Guerot
Ulrike Guérot
Bild: Lukas Ratius

Die SR-Reporterin Carolin Dylla hat mit der Politikwissenschaftlerin Ulrike Guérot über die Idee einer europäischen Republik und das politische Hin- und Her um die EU-Kommissionspräsidentschaft gesprochen - und darüber, was ihre Utopie Europas mit Risotto zu tun hat.

Große Ideen und große Gesten: Davor schreckt die Politikwissenschaftlerin Ulrike Guérot selten zurück. Vor den Europawahlen zum Beispiel hat sie – gemeinsam mit anderen Künstlern – ein Projekt gestartet und von Balkonen aus symbolisch die europäische Republik ausgerufen. Die "europäische Republik", das heißt für Ulrike Guérot: Egal, ob jemand aus Litauen, Deutschland, Spanien oder Tschechien kommt – die politischen Rechte aller Bürger sind die gleichen.

GESCHICHTE KANN SICH SCHNELL WANDELN

Klar sei das eine Utopie, sagt Ulrike Guérot. Sie fordert aber, so eine europäische Republik überhaupt erstmal als Idee zu denken. Denn dass sich dafür die "Tür der Geschichte" öffnet, kann schneller gehen, als man glaubt – ist die Wissenschaftlerin überzeugt.

Ihre Thesen hat Ulrike Guérot am Donnerstag Abend, 4. Juli, im Saarbrücker Rathaus diskutiert. Zu der Veranstaltung hatten Europe Direct, Ramesch - Forum für Interkulturelle Begegnung und das European Democracy Lab eingeladen.

ZUR PERSON

Ulrike Guérot ist Politikwissenschaftlerin und Publizistin. Sie ist Professorin für Europapolitik und Demokratieforschung an der Donau-Universität in Krems und hat das European Democracy Lab in Berlin gegründet."

QuelleSR Kulturradio - Interview der Woche

Auf der Seite des SR-Kulturradios findet sich außerdem eine Aufzeichnung des Interviews mit Ulrike Guérot, und auch das European Democracy Lab berichtete auf seiner Internetseite über die gemeinsame Veranstaltung mit Ramesch. 

 

Bilder der Veranstaltung: 

 

 

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