Vorwort

"DER MENSCH FÜR SICH ALLEIN VERMAG GAR WENIG UND IST
EIN VERLASSENER ROBINSON: NUR IN DER GEMEINSCHAFT MIT
DEN ANDERN IST UND VERMAG ER VIEL." (Arthur Schopenhauer)

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freundinnen und Freunde des Vereins,

in den vergangenen Jahren erlebte Deutschland starke gesellschaftliche Umbrüche und politische Verwerfungen. Besonders der Aufstieg der AfD, die 2017 mit 12,6 % erstmals in den deutschen Bundestag einziehen konnte, demonstriert einen neuen Rechtsruck innerhalb der Gesellschaft. Mit dem Aufstieg der AfD erfolgt eine Anknüpfung von völkisch-nationalistischem Gedankengut an die Mitte der Gesellschaft und rechtsextreme Tendenzen werden spürbar salonfähiger. Diese Entwicklungen führen zu Erosionen innerhalb der freiheitlichen, offenen und solidarischen Gesellschaft und werfen elementare Fragen über den sozialen Zusammenhalt auf.

Immer noch werden Geflüchtete für eine Politik der Abschottung instrumentalisiert, wodurch eine Atmosphäre des Gegeneinanders entsteht. Die Proteste in Cottbus stehen exemplarisch für die verschiedenen Lager innerhalb der Bevölkerung.

Diese und andere Auseinandersetzungen zeugen davon, dass noch immer viele Vorurteile gegenüber Menschen vorherrschen, die nicht den gängigen sozialen Normen entsprechen. Diskriminierung aufgrund von sexueller Orientierung, Religion, politischer Meinung und Hautfarbe sind vor allem im Internet trauriger Alltag. Dieses Klima untergräbt den Solidaritätsgedanken, auf dem eine fortschrittliche Gesellschaft beruhen sollte. Daher halten wir es für unabdingbar, den gesellschaftlichen Zusammenhalt in die öffentliche Debatte einzubringen und diesen zu stärken.

Vortrag

ISLAM IM ALLTAG
Mittwoch, 14. März 2018, 18.30 Uhr
Salzbrunnenhaus, Auf der Schmelz, 66280 Sulzbach

Der Islam wird ganz unterschiedlich wahrgenommen: einerseits als eine Religion, die über Jahrhunderte ein friedliches Zusammenleben von Menschen möglich gemacht hat, andererseits als Erklärung für Brutalität, wenn man an den „Islamischen Staat“ denkt. In dem Vortrag sollen einige Merkmale des Islam dargestellt werden, die er mit anderen Religionen gemeinsam hat oder die ihn von anderen Religionen unterscheidet. Es soll versucht werden, eine Antwort auf die Frage zu geben, warum es im Islam so unterschiedliche Formen des religiösen Lebens gibt und was ihn für junge Menschen in Europa anziehend machen könnte.

Herr Mohamed Maiga, Präsident des Vereins Ramesch – Forum für Interkulturelle Begegnung e.V., widmet sich dieser Thematik in seinem Impulsvortrag. Das Publikum ist herzlich eingeladen, sich an der anschließenden Diskussion zu beteiligen.

BEGRÜSSUNG: Michael Adam, Bürgermeister der Stadt Sulzbach
REFERENT: Mohamed Maiga, Präsident Ramesch e.V.

 

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der VHS Sulzbach statt.

Filmabend

„SILENT WATERS“ & GESPRÄCH MIT DER REGISSEURIN
SABIHA SUMAR (PAKISTAN, FRANKREICH, DEUTSCHLAND 2003)
Samstag, der 17. März 2018, 20.00 Uhr
Kino 8 ½, Nauwieserstraße 19, 66111 Saarbrücken

Silent Waters, ein Film von Sabiha Sumar, spielt zur Zeit der Islamisierung Pakistans im Jahre 1979. Es ist die Tragödie eines Einzelschicksals in den religiösen und gesellschaftlichen Wirrungen des Landes, die zugleich mutig Stellung bezieht zur aktuellen politischen Situation des indischen Subkontinents.

Ayeshas geordnetes Leben wird zur Tragödie, als ihr verträumter 18-jähriger Sohn Saleem in die Fänge von militanten Islamisten gerät, die im Dorf Station machen. Anstatt seine Angebetete Zubeida wie bisher zu umwerben, verfällt Saleem dem Reiz der Waffe und führt nun brüllende Horden durch die Straßen. Skurrile Aktivitäten sollen der moralischen Bekehrung der Bevölkerung dienen. Der religiöse Hass im Dorf wird durch die Präsenz indischer Sikhs geschürt, die aufgrund eines diplomatischen Abkommens erstmals seit der Staatsgründung ihre heiligen Stätten in Pakistan wieder aufsuchen dürfen.

Der Film beruht auf wahren Begebenheiten und verbindet ein komplexes Einzelschicksal mit den politischen Entwicklungen in Pakistan. Während des 56. Filmfestivals von Locarno wurde Silent Waters mit dem Goldenen Leoparden ausgezeichnet. Im Anschluss an den Film nimmt die Regisseurin Sabiha Sumar an einer Gesprächsrunde teil. Das Publikum ist herzlich eingeladen, sich an der Diskussion zu beteiligen.

 

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Kino 8 1/2 statt.

Auftaktveranstaltung

„ZUSAMMENHALT: ASPEKTE IN DER
EINWANDERUNGSGESELLSCHAFT“
Freitag, 20. April 2018, 17.00 Uhr | IHK Saarland
Franz-Josef-Röder-Straße 9, 66119 Saarbrücken
Der Eintritt ist frei

Sozialer Zusammenhalt bildet die Basis eines friedvollen Miteinanders in pluralistisch strukturierten Gesellschaften. So betonte auch Bundeskanzlerin Angela Merkel in ihrer Neujahrsansprache im Jahre 2015 den Wert des Zusammenhalts – sowohl als Grundlage für den Erfolg Deutschlands als auch als treibende Kraft für das Bewältigen zukünftiger Herausforderungen. Doch in jüngster Zeit scheint der gesellschaftliche Zusammenhalt allerorten zu schwinden. Menschen verspüren zunehmend eine individuelle Isolation, verbunden mit dem Gefühl, von der Gesellschaft abgehängt zu werden. Normen und Werte wie Solidarität und Gerechtigkeit, die ehemals als Selbstverständlichkeiten angesehen wurden, treten immer mehr in den Hintergrund und erfahren gar Missachtung.

Zudem bedrohen soziale Ungleichheiten, die durch die Herausbildung von Milieus mit unterschiedlichen Wertesystemen und Interessen entstehen, zusätzlich den Zusammenhalt.

Die Spaltung der Gesellschaft zeigt sich insbesondere bei den Themen Zuwanderung, Kultur und Identität. Um diese Krisensymptome näher zu ergründen, lohnt es sich, einen genaueren Blick auf den sozialen Zusammenhalt in der Bundesrepublik Deutschland und einen gesonderten Blick auf das Saarland zu werfen. Bricht unsere soziale Gemeinschaft wirklich auseinander? Droht eine Verrohung des Miteinanders? Oder malen wir die Realität und mit ihr einhergehende Zukunftsszenarien schwärzer als sie ist?

Im Anschluss an die Vorträge findet eine Diskussionsrunde statt, an der auch das Publikum herzlich eingeladen ist, teilzunehmen.